Die Brautjungfer

Kinostart: 06.01.05
2004
Filmplakat: Die Brautjungfer

FBW-Pressetext

Altmeister Claude Chabrol entwickelt mit gewohnter Routine aus einer scheinbar harmlosen amour fou einen Widerstreit zwischen Vernunft und Leidenschaft, zwischen Spiel und grausamem Ernst. Das wird spannend und ohne jede Effekthascherei präzise inszeniert.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Kriminalfilm
Regie:Claude Chabrol
Drehbuch:Pierre Leccia; Claude Chabrol (n.d. Roman von Ruth Rendell)
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:111 Minuten
Kinostart:06.01.2005
Verleih:Concorde
Produktion: Alicéleo, Canal Diffusion; France 2 Cinéma; Integral Film
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Claude Chabrol, der Regie-Altmeister der Beziehungsdramen und Psychokrimis, siedelte seine Geschichten bevorzugt im Milieu des französischen Großbürgertums an. Und er liebte es immer, seine Schachfiguren im Spiel mit feiner Ironie zu demaskieren.
Nach einem Roman von Ruth Rendell gestattete sich Chabrol nun einmal wieder einen Ausflug in das französische Kleinbürgermilieu. Und so wie es seine Kenner und Liebhaber von ihm erwarten, bekommen sie auch dieses Mal die gewohnt souveräne und routinierte Inszenierung eines Spiels um Liebe, Leidenschaft und Tod, um exzentrische und skurrile Figuren. Und selbstverständlich baut er wie immer ein feines Netz subtiler Spannung auf, führt den Zuschauer mit überraschenden Wendungen und Einfällen in die Irre und – auch dies wie immer – mit spürbar feiner Ironie.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Philippe, der mit seinen Schwestern noch im Haus seiner Mutter lebt und von dieser als Ersatzmann „mißbraucht“ und mit Liebe überschüttet wird. Und ausgerechnet er gerät in den Sog einer geheimnisvollen jungen Frau, exzentrisch und mit psychopathischen Zügen. Die amour fou, die sich zwischen den beiden anbahnt, entwickelt sich bald zu einem im wahrsten Sinne des Wortes tödlichen Spiel um Lüge und Wahrheit und um Liebe mit totaler Unbedingtheit.
Die Protagonisten des Films sind gut charakterisiert und werden von hervorragend ausgewählten Darstellern bestens ins Spiel gebracht. Eine präzise Kamera, eine stimmige Montage und dezent gewählte Musikeinsätze gehören zu den weiteren positiven handwerklichen Merkmalen.