Der seltsame Fall des Benjamin Button

Kinostart: 29.01.09
VÖ-Datum: 29.05.09
2008
Filmplakat: Der seltsame Fall des Benjamin Button

FBW-Pressetext

Es sind die großen, zeitlosen Themen wie Liebe, Tod, Freundschaft und Verlust von denen diese bewegende Geschichte des immer jünger werdenden Benjamin Button mit philosophischen Untertönen ergreifend erzählt. Regisseur David Fincher gelingt es meisterhaft mit der Umsetzung einer Fantasy-Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald den immerwährenden Kreislauf des Lebens und die Vielfältigkeit des Seins mit unterschiedlichsten Schicksalen und einer Fülle eigenartiger Anekdoten spannend zu bebildern. Ein perfekt inszenierter Film, der mit märchenhaftem Ton und einer verblüffend echt wirkenden Maske die perfekte Illusion vom Altern und Verjüngen suggeriert. Virtuos werden Genres gemischt, treffsicher das Lebensgefühl und der Gestus der jeweiligen Epochen beschrieben. Ein Film, der intensivst berührt.
Prädikat besonders wertvoll

Film-PDF Download

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Tragikomödie
Regie:David Fincher
Darsteller:Cate Blanchett; Brad Pitt; Julia Ormond; Taraji P. Henson
Drehbuch:Eric Roth; Robin Swicord
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:166 Minuten
Kinostart:29.01.2009
VÖ-Datum:29.05.2009
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. Entertainment GmbH, Paramount Pictures, The Kennedy, Marshall Company
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein eigenartiger, ein ungewöhnlicher Film.

Ungewöhnlich schon die Entstehungsgeschichte. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte, die Francis Scott Fitzgerald in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts schrieb, selbst wieder inspiriert von einem Mark Twain Zitat: Das Leben würde unendlich viel glücklicher verlaufen, wenn wir mit 80 geboren uns langsam auf die 18 zu bewegen würden.

Benjamin Button kommt als Greis, als Monsterkind, auf die Welt und wird immer jünger. Eine absurde biologisch-genetische Konstruktion, die eine anspruchsvolle geistige Reflexion auf Lebenslinien und –umbrüche erlaubt, ein Nachdenken über Leben und Tod, wie über das Anderssein als Schicksal.

Viele Jahrzehnte existierte in Hollywood schon der Wunschtraum einer filmischen Adaption. Immer wieder nicht zu Ende geträumt. Dann interessierte sich der Forrest Gump-Autor Eric Roth für den Stoff. Ein Glücksfall– wie sich jetzt ganz deutlich zeigt.

Roths Drehbuch versteht sich als eine Jedermann-Meditation. Benjamin Buttons Reise in sein Ich wird zum Dialog mit Zeitverschiebungen und Zeitsichten, mit Erinnerungen und dem Wandel von Werten und Werteverständnis. Als Hintergrund dient ein Zeitenpanorama über viele Jahrzehnte, mit einem Puzzle pittoresker Anekdoten und Figuren. Ein roter Faden als Bindestoff: das Liebesmelodram zwischen Benjamin und Daisy. Ein Melodram der seltsamsten Art: Zwei sich zunächst annähernde und dann wieder auseinanderdriftende Lebenslinien - eindrucksvoll gespielt von Cate Blanchett und Brad Pitt.

Benjamin Button ist ein Film, der als Vordergrundgeschichte funktioniert, aber auch als cineastische Fundgrube. Die verschiedenen Lebensstufen der Protagonisten dienen auch zum Heraufbeschwören filmischer Stilepochen. Reizvoll z.B. das Spiel mit den Kino-Ikonen des 20. Jahrhunderts. David Fincher: Das Vorbild für die 40er Jahre war Gary Cooper. Brando für die 50er, Steve McQueen für die 1960er.

Aber auch Malstile und –richtungen der verschiedenen Jahrzehnte werden virtuos in Architektur, Dekor und Bildkomposition zitiert.

Der seltsame Fall des Benjamin Button ist auch selbst ein seltsames, weil selten gesehenes und erfahrenes Erleben eines Films, der große Kinoemotionen mit cineastischer Feinfühligkeit vereint. Chapeau!