Der ewige Gärtner

Kinostart: 12.01.06
2005
Filmplakat: Der ewige Gärtner

FBW-Pressetext

Politisches Kino der Extra-Klasse und ein großer Liebesfilm dazu, nach einem Roman von John le Carré: Afrika als Testlabor der Pharmakonzerne. Ein aufregend-ungewöhnlich inszenierter Film des Regisseurs von „City of God“.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Politthriller
Regie:Fernando Meirelles
Darsteller:Rachel Weisz; Ralph Fiennes; Bill Nighy; Danny Huston; Pete Postlethwaite
Drehbuch:Jeffrey Caine
Buchvorlage:John le Carré
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:128 Minuten
Kinostart:12.01.2006
Verleih:Kinowelt
Produktion: Focus Features, U.K. Film Council; Potboiler Production; Scion Films;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

John le Carré hat sich vor allem durch eine große Zahl von Spannungsromanen im Spionagebereich einen Namen gemacht. Sein Bestseller „Der ewige Gärtner“ bildet nun die Vorlage zu einem äußerst spannenden und zugleich dramatischen Film, an dessen überaus kunstvoll angelegtem Drehbuch er selbst auch mitgearbeitet hat.

Wie ein Puzzle setzt sich der packend-intelligente Film zusammen, pendelt ständig zwischen Gegenwart und Rückblenden in die Vergangenheit – und dies auch noch zwischen London, Berlin und Kenia. All das ist erzählerisch und dramaturgisch stringent und emotional bewegend. Das Bewegungsmoment des Films ist die Suche eines Mannes nach jener Wahrheit, die seiner Frau das Leben gekostet hat. So ist der Film eine Thriller- und eine Liebesgeschichte zugleich. Durch die Liebe zu der leidenschaftlichen Aktivistin Tessa (Rachel Weisz) wird Justin Quayle (Ralph Fiennes), Diplomat der British High Commission in Kenia, in einen gefährlichen Strudel menschenverachtender Machenschaften gezogen, in die Pharmakonzerne wie auch Regierungen verwickelt sind.

Afrika als kostengünstiges Versuchslabor für Medikamente mit gefährlichen Nebenwirkungen? Dieses heiße Thema packt der Film unerschrocken an, mehr als nur pure, platte Betroffenheit ist dabei seine Haltung. Hier wird differenziert, geprüft und hinterfragt – das ist nicht platter Agitprop, hier offenbart sich, und dafür stehen die Namen des Romanautors John le Carré und des Filmregisseurs Fernando Meirelles, ein Humanismus großen Gewichts.

Alle kleinen wie auch großen Rollen sind mit hervorragenden Schauspielern besetzt, an ihrer Spitze mit eindrucksvollen Leistungen Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Ihre Liebesgeschichte berührt. Das ist neben aller Schauspielkunst auch das Verdienst einer aufregend guten Kamera. Der für “City of God“ bereits “Oscar”-nominierte Kameramann César Charlone ist verantwortlich für eindrucksvolle Landschaftspanoramen Afrikas wie auch erschütternde Bilder aus den Slums. Und er ist der Mann hinter dem eindrucksvollen und ungewöhnlichen visuellen Konzept des Films: Handkamera über weite Strecken.
Ein Lob gilt auch dem präzisen Schnitt von Claire Simon bei diesem mit raffinierter Dramaturgie angelegten Film, die gebührende Unterstützung durch die musikalisch stimmige Begleitung von Alberto Iglesias erhält.