Das Leben des David Gale

Kinostart: 13.03.03
2002
Filmplakat: Das Leben des David Gale

FBW-Pressetext

Meisterhaft gebaut, wie ein Krimi spannend inszeniert und hervorragend besetzt, so präsentiert sich Alan Parkers neuester Film, der als Plädoyer gegen die Todesstrafe zugleich auch Nachdenklichkeit und Emotionen weckt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Thriller
Regie:Alan Parker
Darsteller:Matt Craven
Drehbuch:Charles Randolph
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:130 Minuten
Kinostart:13.03.2003
Verleih:Universal
Produktion: Dirty Hands Productions, Saturn Pictures; Universal Pictures; Intermedia Film Equities;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Pro oder kontra Todesstrafe, dieser Film zeigt die Unerbittlichkeit des Systems auf, macht nachdenklich, ohne von Anfang an einseitig Stellung zu beziehen. Er zieht seine besondere Stärke aus dem Versuch, auch die jeweils Andersdenkenden zu erreichen und zum Überdenken der eigenen Position anregen zu wollen. Diesem Konzept folgt der Wechsel von anfänglicher eindeutiger politischer Korrektheit hin zu einem vielschichtigeren Weltbild und trägt zu seinem Gelingen bei.
Die Story ist äußerst sorgfältig aufgebaut, nach und nach beginnt man gemeinsam mit der Hauptdarstellerin, sich auf die Geschichte und das Schicksal des Todeskandidaten einzulassen, ohne sich gleich auf seine Seite zu begeben. Daß er letztlich unschuldig ist, ist zu erwarten, die Auflösung des gesamten Falles jedoch ebenso wenig vorhersehbar wie konstruiert. Das ausgefeilte Drehbuch und die beeindruckend agierenden Haupt- und Nebendarsteller verhelfen dem Film zu einer Dichte, die den Zuschauer bis zuletzt im Bann hält. Man kann das individuelle Handeln der Darsteller nachvollziehen, ohne sich deren Entscheidungen anschließen zu müssen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen, ob nun zwischen der Reporterin und dem Todeskandidaten oder zwischen ihr und ihrem Kollegen, entwickeln sich glaubwürdig, der Spannungsbogen ist mit beeindruckender Sicherheit aufgebaut, der Zeitdruck, der zum Ende des Films auf dem Reporterteam lastet, ist für den Zuschauer ebenso spürbar.
Daß zum Ende des Films die Dramatik der Todeszelle und des letzten Ganges des Todeskandidaten nicht überstrapaziert werden, um unnötig große Emotionen bei den Zuschauern zu wecken, unterstreicht das gerechtfertigte Vertrauen des Regisseurs in die Wirkung seines Filmes.