Das Experiment

Kinostart: 08.03.01
2000
Filmplakat: Das Experiment

FBW-Pressetext

Eine von Wissenschaftlern simulierte Gefängnissituation gerät außer Kontrolle. Konsequent gestaltetes Psychodrama.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Thriller
Regie:Oliver Hirschbiegel
Darsteller:Moritz Bleibtreu; Andrea Sawatzki; Christian Berkel
Drehbuch:Mario Giordano; Christoph Darnstädt; Don Bohlinger
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:120 Minuten
Kinostart:08.03.2001
Verleih:Senator
Produktion: Typhoon Networks AG
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Ein psychologisches Experiment mit 20 Männern läuft aufgrund von Ignoranz und unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen völlig aus dem Ruder. Trotz etlicher Ungereimtheiten und teilweise flachen Figurenzeichnungen hält der Film jedoch über zwei Stunden eine hohe Spannung. Dies ist vor allem dem höchst beeindruckenden Spiel von Moritz Bleibtreu als Tarek Fahd zu verdanken. Er ist in allen Situationen und Wandlungen überaus präsent und glaubwürdig.

Daß Tareks Verhalten (Beleidigungen) der Auslöser für den Ausbruch von Gewalt ist, erscheint noch glaubhaft. Wie in der Folge die Figuren der Wärter zur Inkarnation des Bösen mutieren, wird jedoch trotz der darstellerischen Leistung des Berus (Justus von Dohányi) nur oberflächlich angerissen und über Klischees (der eitle Psychologe, der nachlässige Angestellte, der abgewiesene Elvis-Imitator) weiter transportiert. Die Eskalation des Machtrausches wird somit nicht begründet, sondern stufenweise immer blutiger vorgeführt.

Außerordentlich genau und anrührend sind dagegen die Aktionen und Reaktionen der Opfer beschrieben. Durch die gut eingesetzte Parallelführung mit Tareks Liebesgeschichte verdichtet sich das Geschehen, um dann im blutigen Show-down und Happy-end Elemente des Psychothrillers ausgiebig zu bedienen. Eine hervorragende Bildgestaltung, die dezidiert eingesetzte Musik und die gute Besetzung mit "Typen" akzentuieren das Geschehen, können jedoch die mangelnde Genauigkeit in der Motivation und in der Personenführung der Tätergruppe nicht ausgleichen.