Brot & Tulpen

Kinostart: 21.12.00
2000
Filmplakat: Brot & Tulpen

Kurzbeschreibung

Bei einer Urlaubsreise wird eine Mutter und Ehefrau in einer Raststätte schlicht vergessen. Sie genießt ihre Auszeit in Venedig, wo sie sich durchzuschlagen versucht, ganz eigene Entdeckungen macht und neue Bekanntschaften schließt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Regie:Silvio Soldini
Darsteller:Bruno Ganz; Licia Maglietta; Giuseppe Battiston
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:116 Minuten
Kinostart:21.12.2000
Verleih:Tobis
Produktion: Istituto Luce, Rom / Monogatari S.r.L., Mailand, Istituto Luce; Monogatari S.r.L., Mailand Rai Radiotelevisione Italiana Production, Rom / Amka Film SA, Savona / TSI Televisione Svizzera Italiana, Lugano
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ach Italien. Eine einfache, eine alltägliche Situation. Bei einem
Gruppenausflug mit dem Bus geht eine Ehefrau an einer
Autobahnraststätte "verloren". Per Anhalter fährt sie, nein,
nicht zurück, sondern in ein kleines, schönes Abenteuer. Sie
landet in Venedig, will erst über Nacht, dann eben noch eine
Nacht und noch eine, und so weiter bleiben, kommt bei einem
kauzigen Kellner unter. Ein kleines Abenteuer beginnt, eine
Flucht aus dem Alltag in Pescara, gar eine merkwürdige
Liebesgeschichte.

Behutsam und zärtlich führt Regisseur Silvio Soldini seine
Figuren, verblüfft und entzückt mit stimmigen Details. Das Leben
und seine Situationskomik feiern fröhliche Feste. Die Welt ist
bunt, noch eine blätternde Tulpe strahlt Schönheit aus. Blumen
und Musik spielen eine gewichtige Rolle, aber vor allem das
glänzende Darstellerensemble. Bruno Ganz als geschliffen
artikulierender Kellner Fernando ist auf eigene Art ganz komisch
und anrührend. ("Ich fürchte, daß die Köchin, ihres Blinddarms
beraubt, nicht mehr die selbe ist.") Hauptdarstellerin Licia
Maglietta überzeugt herzergreifend als Rosalba. Würde und
Schönheit haben auch noch die häßlichsten und dicksten
Nebenfiguren. Platz für Liebe ist in der kleinsten Mansarde.

Der Film ist komisch und manchmal schrill, poetisch und
romantisch, bescheiden und unterm Strich sehr in die Tiefe
gehend. Dies ist ein Film, der seine Menschen liebt. Und der
verhalten und scheu von Liebe erzählt. Ach Italien...