Bowfingers große Nummer

Kinostart: 28.10.99
1999
Filmplakat: Bowfingers große Nummer

Kurzbeschreibung

Ein gigantisches Filmprojekt, das sich durch Irrungen, Wirrungen und zweifelhafte Zusagen (Stars / Produzenten) auszeichnet, wird für alle Mitspieler zu einer allseits entlarvenden Katastrophe.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie
Regie:Frank Oz
Darsteller:Steve Martin; Heather Graham; Eddie Murphy; Christine Baranski
Drehbuch:Steve Martin
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:97 Minuten
Kinostart:28.10.1999
Verleih:Universal
Produktion: Universal Pictures Corp., Universal Pictures; Imagine Films Entertainment;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Das erfrischende kindlich-seriöse Spiel von Steve Martin findet
diesmal seinen Raum in der Welt der Filmproduzenten. Natürlich
träumt auch Steve Martin als Bowfinger vom großen Durchbruch, und
natürlich wird er es schaffen. Nach einer etwas schleppenden
Introduktion sprudelt in hohem Tempo eine Fülle an tragikomischen
Szenen ab, in denen der unverwüstliche Optimismus und die
kleinkriminelle Energie des Protagonisten diverse sympathische
Looser-Typen zu einer erfolgversprechenden Bande verbindet.

Die Zuschauer werden zwischen Rührung (Bowfingers größter Traum
ist es, Post durch einen Lieferservice zu erhalten) und Empörung
(er riskiert das Leben eines Trottels) hin und her gerissen. In
diesem Balanceakt aber bleibt Bowfinger immer der positive Held,
der zur rechten Zeit moralische Bedenken hat und kühn oder
unverschämt dreist auftritt. Sein Gegenspieler Eddy Murphy
verkörpert den unerreichbaren Star. Dessen Nimbus wird
demontiert, indem der Film auch bei ihm die menschliche kindliche
Seite mit Phobien und einer tröstenden Vaterfigur betont.

Varianten der Charakterisierung dieser beiden Hauptfiguren werden
gekonnt in eine spannende Spielhandlung um die Herstellung eines
Horrorfilms eingewoben. Kein Klischee, keine Attitüde scheint
hier ausgelassen. Dennoch hat jede der hervorragend
charakterisierten Nebenrollen bei aller Dämlichkeit ihre eigene
Würde und ihren eigenen anrührenden Lebenstraum. Wie es gelingt,
Moralisierungen außer Acht zu lassen und zugleich dem Filmemachen
eine Liebeserklärung zu machen, ist bemerkenswert.
Ideenreich unterstützten Ausstattung, Requisite und Kostüme den
absurden Klamauk. Die Musik mit den pointiert eingesetzten Songs
tut ein Weiteres, um die Zuschauer gekonnt zu unterhalten.