Beyond the Sea

Kinostart: 17.02.04
2004
Filmplakat: Beyond the Sea

FBW-Pressetext

Schwungvoll und perfekt inszenierte Lebens- und Schowbusiness-Revue, gewidmet dem Entertainer und Sänger Bobby Darin, Star der 50er und 60er Jahre. Hinreißend wie die Musik den Stil und das Tempo des Films bestimmt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Musikfilm
Regie:Kevin Spacey
Darsteller:John Goodman; Kevin Spacey; Kate Bosworth; Greta Scacchi; Bob Hoskins
Drehbuch:Lewis Colick; Kevin Spacey
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:119 Minuten
Kinostart:17.02.2004
Verleih:Solo Filmverleih
Produktion: Archer Street Productions, Ltd., Tigger Street Production; QI Quality International;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Film ähnelt in seiner Form stark einem Musical, das mit den Dreharbeiten zum Leben des berühmten Entertainers Bobby Darin, an denen er fiktiv selbst mitwirkt, eine Rahmenhandlung erhält. Bis in den Abspann hinein werden dabei stimmige, teils selbstironische Szenen und Anspielungen zur Filmproduktion (Studiobauten, Dreharbeiten, Selbstinszenierung der Stars) selbstreflektierend in den Verlauf der Handlung integriert. Die Kombination der recht unterschiedlichen Stilelemente ist durchweg auf hohem Niveau gelungen. Dabei greift der Film, keine Biografie im strengen Sinn des Wortes, auf ausgewählte Stationen des Werdegangs von Darin zurück, die teilweise idealisiert erscheinen. Ungeachtet dessen vermag der Film das Phänomen der Entstehung und Wirkung eines in seiner Zeit sehr großen Stars eindrücklich zu veranschaulichen.
Äußerst geschickt wird die allgemeine Tendenz zur Überhöhung bzw. Verklärung bei solchen Filmprojekten durch einen gelungenen dramaturgischen Kunstgriff vor Augen geführt. Im Verlauf des gesamten Films werden die Ambitionen, Handlungen, Pläne zur geplanten Selbstdarstellung des Stars während oder nach den Dreharbeiten von einem Jungen, seinen kindgebliebenen Alter ego, hinterfragt, kommentiert und nicht selten korrigiert. Hierbei und in vielen anderen Szenen wartet der Film zudem mit geschliffenen und teilweise selbstironischen Dialogen auf. Die souveräne Darstellung des Jungen durch William Ullrich ist ein Glanzlicht im auch sonst hervorragenden Ensemble. Kevin Spacey als Bobby Darin, der die Songs des Entertainers selbst eingespielt hat, entschloß sich, diese eigenständig zu interpretieren, was sowohl in seiner Konsequenz als auch in der Umsetzung durchaus überzeugt.
Die Kamera von Eduardo Serra im Stil des klassischen Hollywood-Kinos der 50er Jahre besticht durch ihre Brillanz, ebenso wie die ausgefeilte Ausleuchtung der einzelnen Szenen. Hierdurch kommen die stimmige Ausstattung und die berauschende Choreografie der Musikdarbietungen voll zur Geltung.
Im gesamten Handlungsverlauf sind im Zusammenspiel der visuellen, akustischen und szenischen Ebenen herausragend gelungene Übergänge zu finden. Beispielhaft hierfür ist die Szene, in der Darin direkt von der Trauerfeier für seine Mutter in der Kirche zu seinem nächsten Auftritt auf die Bühne geht.