Bergkristall

Kinostart: 18.11.04
2004
Filmplakat: Bergkristall

FBW-Pressetext

Angesiedelt in einer grandiosen Berglandschaft und mit kraftvoll-holzschnittartig gezeichneten Figuren gelingt dem Familienfilm eine überzeugende und beeindruckend dramatische Mischung aus gefühlsbetontem Heimatfilm und Märchen. Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Joseph Vilsmaier
Drehbuch:Klaus Richter
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:92 Minuten
Kinostart:18.11.2004
Verleih:Concorde
Produktion: Clasart Film + TV Produktions GmbH
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Es waren einmal zwei verfeindete Dörfer und zwischen ihnen ein Berg, wer diese Grenzen nicht einhielt, wurde verfemt. So geschah es einem Paar und seinen Kindern, bis die Kinder sogar ihr Leben wagten, um ein Wunder geschehen zu lassen... Vom Schluß her läßt Joseph Vilsmaiers Film sich ohne Schnörkel so erzählen: Eine alte Legende, 1845 von Adalbert Stifter in eine Novelle gefaßt, und jetzt für das Kino in einer gelungenen Gratwanderung in große Bilder und große Gefühle geformt.
Konsequent und mit gestalterischer Kraft gibt Vilsmaier dem Genre des Heimatfilms, was des Genres ist. Die Inszenierung ist pur und direkt, die Darsteller bei allen genrebedingten Klischees hervorragend, zum Beispiel der Schwiegervater, besonders hervorzuheben dabei die Kinder. Ausstattung und filmisches Handwerk beeindrucken mit ihrer Qualität. Das filmische Erleben in seiner Intensität wird geprägt auch von der ausdrucksstarken und sensiblen musikalischen Ebene, die das Adjektiv virtuos verdient.
Überhaupt ist es erstaunlich, wieviel Kraft und Emotion Joseph Vilsmaier in der weihnachtlichen Parabel über Liebe und Streit, Fremdenfeindlichkeit und Versöhnung zu mobilisieren vermag. Im Schnee und Eis gelingen dabei Szenen, die poetische Überhöhung und gleichzeitig naturalistischen Realismus vereinen - wie etwa in der Eiskristallhöhle.

Die Rahmenhandlung, da war sich der Bewertungsausschuß einig, wirkt im Vergleich mit dem eigentlichen Film eher aufgesetzt. Die Idee hat zwar ihre Berechtigung, den heutigen Zugang der Menschen zum Gebirge zu zeigen, mit Massentourismus, Lawinenwacht und Discotreiben. Aber diese Exposition ist zu hektisch geschnitten und halbherzig angegangen, um die intendierte Botschaft rüber zu bringen. Die alte Legende selbst ist der Kristall dieses Films. Vilsmaier hat ihn gefunden und geschliffen.