Auf den ersten Blick

Kinostart: 10.06.99
1998
Filmplakat: Auf den ersten Blick

Kurzbeschreibung

Dramatisch verlaufende Beziehung zwischen einer karrierebewußten Architektin und einem blinden Masseur, der vorübergehend sein Augenlicht wiedererhält.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Romanze
Regie:Irwin Winkler
Darsteller:Val Kilmer; Mira Sorvino; Kelly McGillis; Steven Weber
Buchvorlage:Steve Levitt
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:129 Minuten
Kinostart:10.06.1999
Verleih:Universal
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer Pictures, Inc., Metro-Goldwyn-Mayer Pictures;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Basierend auf einem authentischen Fall erzählt dieser Film die
Geschichte eines Mannes, der seit seinem dritten Lebensjahr blind
ist und der durch eine Operation für kurze Zeit sein Augenlicht
wiedergeschenkt bekommt. Irwin Winkler inszenierte mit gewohnter
Perfektion, mit schönen, stimmungsvollen Bildern und einem
Darstellerensemble, das gut besetzt ist und überzeugend spielt.

Die nicht unerheblichen Mängel des Films liegen in einem
Drehbuch, das teilweise unentschlossen wirkt und zu viel des
Guten in die Geschichte gepackt hat. So wirkt zum einen die
präzise Schilderung der Behinderung des Blinden, seine
vorübergehende Heilung und dessen dann veränderte
Umweltauffassung manchmal fast übertrieben dokumentarisch,
verbunden mit einem pädagogischen Zeigefinger; wie z.B. die
Vortragssequenzen des behandelnden Arztes, oder die nachfolgende
Bebilderung vorhergegangener verbaler Aussagen. Zum anderen wird
die Chance auf eine Liebesromanze der besonderen Art, die sich
stark in der Gefühlswelt einer von Sinneswahrnehmungen besonders
ausgeprägten Weise abspielt, leider vertan. Zu oberflächlich, ja
vordergründig und klischeehaft sind manche der Dialoge.

Was für ein eindrucksvoller Film über Sinne und Sinnlichkeit
hätte sich aus diesem Stoff doch machen lassen.

Trotzdem: Der Zuschauer erfährt viel über die so ganz andere
Gefühls- und Empfindungswelt eines Blinden. Man erlebt den
schmerzhaften Prozeß des Sehenlernens eines Menschen, der nicht
gelernt hat, die neue Sehwelt mit dem Erkennensprozeß im Kopf
verbinden zu können und daß die Beziehung zweier Liebender
dadurch auch eine ganz neue Qualität bekommt, aber auch scheitern
kann.